Pauline Kraneis

Pressetext M + R Fricke Berlin 2016

en suite
Ausstellung 17. September – 28. Oktober 2016

Mit aktuellen Zeichnungen von Pauline Kraneis eröffnen wir die zweite Ausstellung in unseren neuen Räumen in Moabit. Der Bleistift ist das bevorzugte Werkzeug der Künstlerin. Ob im Gross-, Mittel oder Kleinformat extrahiert die Künstlerin Gegenständliches aus dem Umfeld des täglichen Lebens. Je nach Motiv des Gezeichneten porträtiert die Künstlerin urban-öffentliche oder private Räume.

Kraneis nähert sich mit den Mitteln der Zeichnung einer Definition von Raum, der durch ein Netz von sich durchkreuzenden und parallel gezogenen Linien und auch gegenständlicher Darstellung entsteht. Die Fläche, beziehungsweise der vorhandene vorgefundene Raum selbst hat in den letzten Jahren in den Arbeiten von Kraneis an Bedeutung gewonnen. Wand und Boden dienen als Projektionsfläche für die Darstellung von manchmal auch ausschnitthaften textilen oder urbanen Oberflächen, die sich je nach Blickwinkel in perspektivischer Verzerrung aufbauen und auf die jeweilige räumliche Situation angelegt sind. Neben den klassischen Utensilien wie Bunt-, Bleistift oder Wasserfarbe bedient sich Pauline Kraneis auch objekthafter Materialien, zum Beispiel Aluminium, Holz und Gummi. Mit diesen Mitteln der erweiterten Zeichnung in situ eignet sich die Künstlerin den Ort installativ an und schafft somit den Übergang in die Dreidimensionalität.

Orte mit intimem Charakter sind das Thema der neuen Blätter. Herkunft und Zugehörigkeit bleiben im Hintergrund. Die Bildkomposition gibt den „Ort“ als Ganzes nur vor.

In der Ausstellung en suite lotet Kraneis die Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion aus. Teile von gezeichneten Interieurs verbinden sich zu figurativer Darstellung und freien Flächen auf dem Papier. Es entsteht ein Vokabular privater Oberflächen, das durch strenge Reduktion den Ort nur andeutet. Wie ein Puzzle setzt sich das Motiv aus Dargestelltem und Auslassungen zusammen. Das fertige Bild entsteht im Kopf und konstituiert sich nach längerer Betrachtung als vollständige Darstellung. Den Übergang zum Räumlichen schafft Pauline Kraneis, in dem sie die Wände einfärbt und so dem in den Zeichnungen angedeutetem Ameublement seinen Ort zuweist. Eine perfekte Symbiose von Zwei- und Dreidimensionalität, die eine gedankliche Erweiterung von Raum evoziert.

Pauline Kraneis, 1970 in London geboren, wuchs in Stuttgart auf. Anfang der 90er Jahre Umzug nach Berlin. Studium an der Hochschule für bildende Künste (UdK) und an der Glasgow School of Art in Schottland. Die Künstlerin lehrt an der UdK in Berlin.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Galerie M + R Fricke.

Press release M + R Fricke Berlin 2016

en suite
Exhibition 17 September to 28 October 2016

For our second exhibition in our new premises in Moabit we present recent drawings by Pauline Kraneis. The pencil is the artist’s preferred instrument. Whether working in large, medium or small formats, the artist extracts recognizable subject matter from everyday surroundings. Depending on the motif depicted, the artist portrays urban-public or private spaces.

Via the medium of drawing, Kraneis approximates a definition of space created from a network of crisscrossing and parallel lines as well as representational depiction. The surface plane or existing, found space itself has played an increasingly important role in Kraneis’s work in recent years. Walls and floors serve as projection screens for depicting at times also cutout-like textiles or urban surfaces, which, depending on the angle, are built up in distorted perspectives and applied to the particular spatial situation. In addition to classical mediums such as coloured pencil and watercolour, Pauline Kraneis also makes use of object-like materials, such as aluminium, wood and rubber. Employing these means of expanded drawing in situ, the artist appropriates the location in an installative fashion, thus achieving a sense of three-dimensionality.

Intimate locations are the subject of the new drawings on paper. Origin or a sense of connectedness remain in the background. The image composition presents only the “place” in its entirety.

In the exhibition en suite, Kraneis explores the boundaries between figuration and abstraction. Sections of depicted interiors coalesce into figurative representation and open surface areas on the paper. The result is a vocabulary of private surfaces, which, given the strict reductionism, only imply the location. Like a puzzle, the motif comprises both representational sections and omissions. The final image comes together in the mind’s eye and, after prolonged observation, forms into a complete image. Pauline Kraneis achieves a sense of spatiality through her colouring of the walls, thus ascribing the ameublement hinted at in the drawings its location. It is a perfect symbiosis of two- and three-dimensionality, evoking an expanded sense of space conceptually.

Pauline Kraneis *1970 in London grew up in Stuttgart/Germany. She moved to Berlin in the early nineties and studied at the HdK (now University of Art, Berlin) and Glasgow School of Art. The artist teaches at the UdK, Berlin.

For further information please contact the gallery M + R Fricke.

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