Ingo Meller

Pressetext M + R Fricke Berlin 2015

INGO MELLER  paint vs. zombies   |   27. Februar – 8. April 2015

Jedes Gemälde ist vor allem ein Objekt. Es kann als Bild, als Zeichen, als Form oder als Farbe wahrgenommen werden.

Die Werkzeuge, mit denen Ingo Meller seine Bilder herstellt, sind traditionell Pinsel, Farbe und Leinwand. Der erste Akt des Malens beginnt bei Meller mit dem Zuschnitt der Leinwand, der dem Verlauf der gewobenen Fäden folgt. Die Leinwand bleibt so, wie sie zugeschnitten wurde, ohne den Einsatz üblicher Materialien wie Rahmen, Tafeln oder Keilrahmen und wird nach Fertigstellung direkt flach auf die Wand geklebt.

Die Farben, die er für das jeweilige Bild auswählt, werden unvermischt auf die scheinbar rohe Leinwand in breiten Zügen aufgetragen. Meller macht so alle materiellen Bedingungen seiner Bilder sichtbar und erzeugt unterschiedliche Texturen, Materialqualitäten, Transparenzen, Reaktionen auf Licht. Der Akt des Farbe Auftragens im Zusammenspiel mit Oberflächen, Struktur und Bewegung und die Unregelmäßigkeit der Leinwand sind der Inhalt seiner Bilder. Die Materialität der aufgetragenen Schichten oder Flächen muss in der Bewegung sehr sorgfältig ausgewogen werden. Sie folgt dem Format der Leinwand, ohne die Bewegung als solche ausdrücklich zu thematisieren.

Der Blick auf seine Bilder bleibt in der Schwebe, ohne Fixierung, und erst nach und nach erschließt sich die ihnen innewohnende Räumlichkeit. Struktur und Farbe der Leinwand bleiben immer sichtbar und bieten an den Stellen ohne Farbauftrag eine Projektionsfläche, denn Leinwand und Farbe sind bei Meller grundsätzlich gleichgestellt. Der Betrachter kann also nicht mehr über das „Dargestellte“ in Mellers Bildern erfahren als das, was er sieht. Es gibt sensuelle Effekte aber keine Dinglichkeit, und in dem Moment in dem seine Malerei dem Betrachter eine Erfahrung vermittelt, ist sie vollkommen.

Ingo Meller lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig. Seit 2004 bekleidet er eine Professur für Malerei/Graphik an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Er war Stipendiat der Pollock-Krasner-Foundation in New York, der Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen und des Kunstfonds Bonn.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Galerie M + R Fricke.


Press release M + R Fricke Berlin 2015

INGO MELLER  paint vs. zombies   |   27 February – 8 April 2015

Every painting is first of all an object. It can be perceived as an image, a sign, a form, or as colour.

The tools with which Ingo Meller manufactures his pictures are traditionally brushes, paint and canvas. With Meller, the first act of painting begins with the cutting of the canvas, which follows the weave. The canvas remains how it was cut out, without the employment of usual materials such as frames, panels or stretchers and is pasted directly flat on the wall after it is ready.

The colours, which he chooses for each image, are applied unmixed on the seemingly raw canvas in broad strokes. Meller thus makes all the material requirements of his pictures visible and generates different textures , material qualities, transparencies, reactions to light. The content of his pictures is the act of applying paint in conjunction with surfaces, structure and movement, and the irregularity of the canvas. The materiality of the applied layers or surfaces must be very carefully balanced in its movement. It follows the format of the canvas, without explicitly thematising the movement as such.

The eye, when looking at his pictures, remains floating, without focus, and only over time confides their immanent spatiality. The structure and colour of the canvas remain always visible and allow the areas without applied paint to be room for projection; for canvas and paint are treated equally by Meller. The viewer cannot therefore know any more about “the depicted” in Meller’s paintings than what they see. There are sensual effects but no thingness, and in the moment in which his painting conveys an experience, it is complete.

Since 2004 he has been invested as professor for painting/graphics at the Academy of Visual Arts in Leipzig. He received a grant from the Pollock-Krasner Foundation in New York, the Kunst Stiftung NRW and Kunstfonds Bonn.

For further information please contact the gallery M + R Fricke.

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